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FAQ

Generalistische Pflegeausbildung

Allge­meine Fragen

Die Voraus­setzung für den Zugang zu der Ausbildung zur Pflege­fachfrau oder zum Pflege­fachmann sind in § 11 PflBG geregelt und umfassen

Die Voraus­setzung für den Zugang zu der Ausbildung zur Pflege­fachfrau oder zum Pflege­fachmann sind in § 11 PflBG geregelt und umfassen

1. der mittlere Schul­ab­schluss (MSA) oder ein anderer als gleich­wertig anerkannter Abschluss oder

2. der erfolg­reiche Abschluss einer sonstigen zehnjäh­rigen allge­meinen Schul­bildung (eBBR) oder

3. der Haupt­schul­ab­schluss (BBR) oder ein anderer als gleich­wertig anerkannter Abschluss, zusammen mit dem Nachweis

a) einer erfolg­reich abgeschlos­senen Berufs­aus­bildung von mindestens zweijäh­riger Dauer

b) einer erfolg­reich abgeschlos­senen landes­rechtlich geregelten Assistenz- oder Helfer­aus­bildung in der Pflege von mindestens einjäh­riger Dauer, die die von der Arbeits- und Sozial­mi­nis­ter­kon­ferenz 2012 und von der Gesund­heits­mi­nis­ter­kon­ferenz 2013 als Mindest­an­for­de­rungen beschlos­senen „Eckpunkte für die in Länder­zu­stän­digkeit liegenden Ausbil­dungen zu Assistenz- und Helfer­be­rufen in der Pflege“ (BAnz AT 17.02.2016 B3) erfüllt,

c) einer bis zum 31. Dezember 2019 begon­nenen, erfolg­reich abgeschlos­senen landes­rechtlich geregelten Ausbildung in der Kranken­pfle­ge­hilfe oder Alten­pfle­ge­hilfe von mindestens einjäh­riger Dauer oder

d) einer auf der Grundlage des Kranken­pfle­ge­ge­setzes vom 4. Juni 1985 (BGBl. I S. 893), das durch Artikel 18 des Gesetzes vom 16. Juli 2003 (BGBl. I S. 1442) aufge­hoben worden ist, erteilten Erlaubnis als Kranken­pfle­ge­hel­ferin oder Kranken­pfle­ge­helfer.

Außerdem müssen Auszu­bil­dende nachweisen, dass

1. gesund­heit­liche Gründe einer Ausbildung nicht entge­gen­stehen (Vorlage eines ärztlichen Attests)

2. sie sich nicht eines Verhaltens schuldig gemacht haben, aus dem sich eine Unzuver­läs­sigkeit ableiten lässt (Vorlage eines erwei­terten Führungs­zeug­nisses)

3. sie über die für die Ausbildung erfor­der­lichen Kennt­nisse der deutschen Sprache verfügen.

Die genera­lis­tisch ausge­bil­deten Pflege­kräfte können in allen Bereichen der Pflege arbeiten.

Nein. Personen mit einer Erlaubnis zum Führen der Berufs­be­zeichnung nach dem Kranken­pfle­ge­gesetz oder nach dem Alten­pfle­ge­gesetz führen diese weiter.

Die Ausbil­dungen, die noch bis zum 31.12.2019 nach dem Altenpflege- oder Kranken­pfle­ge­gesetz begonnen wurde, können auch nach diesen Regelungen abgeschlossen werden.

Die Übergangs­frist läuft zum 31. Dezember 2024 aus.

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Anerkennung in der EU

Die neue genera­lis­tische Pflege­aus­bildung mit dem Abschluss „Pflege­fachfrau / Pflege­fachmann“ wird über die EU-Richtlinie über die Anerkennung von Berufs­qua­li­fi­ka­tionen in anderen EU-Mitgliedstaaten automa­tisch anerkannt. Für die Spezia­li­sierung in der Alten­pflege und der Kinder­kran­ken­pflege gilt keine automa­tische Anerkennung. Hier können weiterhin im Rahmen einer Einzel­fall­prüfung die spezi­ellen Berufs­qua­li­fi­ka­tionen in anderen EU-Mitgliedstaaten anerkannt werden.

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Ausbildung

Nein, die Zwischen­prüfung stellt keine staat­liche Prüfung dar. Es gibt jedoch Anrech­nungs­tat­be­stände in den landes­rechtlich geregelten Pflegehilfe- oder Pflege­as­sis­tenz­aus­bil­dungen.

Die Zwischen­prüfung bildet den Leistungs­stand am Ende des zweiten Ausbil­dungs­drittels ab und kann als Grundlage für eine Lernbe­ratung dienen. Die Ausbildung kann unabhängig vom Ergebnis der Zwischen­prüfung fortge­setzt werden.

Stationäre Hospize können sich im Rahmen des weiteren Einsatzes betei­ligen (mindestens 80 Stunden).

Nein, § 7 Absatz 1 Nr. 3 Pflege­be­ru­fe­gesetz (PflBG) verlangt einen Pflicht­einsatz in einer ambulanten Einrichtung, die zur Versorgung nach § 71 Absatz 1, § 72 Absatz 1 SGB XI und nach § 37 SGB V zugelassen ist.

Die Anrechnung von Fehlzeiten ist in § 13 PflBG geregelt.

Die Ausbildung besteht aus theore­ti­schem und prakti­schem Unter­richt und einer prakti­schen Ausbildung. Der theore­tische und praktische Unter­richt wird an staatlich anerkannten Pflege­schulen erteilt und hat einen Umfang von 2100 Stunden. Der Unter­richt erfolgt anhand eines schul­in­ternen Curri­culums, das die Pflege­schule erstellt.
Die Durch­führung der prakti­schen Ausbildung erfolgt auf der Grundlage eines Ausbil­dungs­plans, den der Träger der prakti­schen Ausbildung erstellt. Die praktische Ausbildung hat einen Umfang von 2500 Stunden. Die Auszu­bil­denden leisten im Rahmen der prakti­schen Ausbildung Pflicht­ein­sätze in den allge­meinen und spezi­ellen Bereichen der Pflege, einen Vertie­fungs­einsatz sowie weitere Einsätze (Anlage 7 Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungs­ver­ordnung – PflAPrV). Zum Ende des zweiten Ausbil­dungs­drittels findet eine Zwischen­prüfung statt.

Die Voraus­setzung für den Zugang zu der Ausbildung zur Pflege­fachfrau oder zum Pflege­fachmann sind in § 11 PflBG geregelt und umfassen

Die Voraus­setzung für den Zugang zu der Ausbildung zur Pflege­fachfrau oder zum Pflege­fachmann sind in § 11 PflBG geregelt und umfassen

1. der mittlere Schul­ab­schluss (MSA) oder ein anderer als gleich­wertig anerkannter Abschluss oder

2. der erfolg­reiche Abschluss einer sonstigen zehnjäh­rigen allge­meinen Schul­bildung (eBBR) oder

3. der Haupt­schul­ab­schluss (BBR) oder ein anderer als gleich­wertig anerkannter Abschluss, zusammen mit dem Nachweis

a) einer erfolg­reich abgeschlos­senen Berufs­aus­bildung von mindestens zweijäh­riger Dauer

b) einer erfolg­reich abgeschlos­senen landes­rechtlich geregelten Assistenz- oder Helfer­aus­bildung in der Pflege von mindestens einjäh­riger Dauer, die die von der Arbeits- und Sozial­mi­nis­ter­kon­ferenz 2012 und von der Gesund­heits­mi­nis­ter­kon­ferenz 2013 als Mindest­an­for­de­rungen beschlos­senen „Eckpunkte für die in Länder­zu­stän­digkeit liegenden Ausbil­dungen zu Assistenz- und Helfer­be­rufen in der Pflege“ (BAnz AT 17.02.2016 B3) erfüllt,

c) einer bis zum 31. Dezember 2019 begon­nenen, erfolg­reich abgeschlos­senen landes­rechtlich geregelten Ausbildung in der Kranken­pfle­ge­hilfe oder Alten­pfle­ge­hilfe von mindestens einjäh­riger Dauer oder

d) einer auf der Grundlage des Kranken­pfle­ge­ge­setzes vom 4. Juni 1985 (BGBl. I S. 893), das durch Artikel 18 des Gesetzes vom 16. Juli 2003 (BGBl. I S. 1442) aufge­hoben worden ist, erteilten Erlaubnis als Kranken­pfle­ge­hel­ferin oder Kranken­pfle­ge­helfer.

Außerdem müssen Auszu­bil­dende nachweisen, dass

1. gesund­heit­liche Gründe einer Ausbildung nicht entge­gen­stehen (Vorlage eines ärztlichen Attests)

2. sie sich nicht eines Verhaltens schuldig gemacht haben, aus dem sich eine Unzuver­läs­sigkeit ableiten lässt (Vorlage eines erwei­terten Führungs­zeug­nisses)

3. sie über die für die Ausbildung erfor­der­lichen Kennt­nisse der deutschen Sprache verfügen.

In Vollzeitform dauert die Ausbildung drei Jahre und in Teilzeitform höchstens fünf Jahre (§ 6 Abs. 1 PflBG).

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Ausbil­dungs­vertrag / Träger

Die Pflichten für den Träger der prakti­schen Ausbildung sind in § 18 Abs. 1 PflBG geregelt.

Dieses ist in § 16 Pflege­be­ru­fe­gesetz (PflBG) geregelt:

  1. die Bezeichnung des Berufs, zu dem nach den Vorschriften des Pflege­be­ru­fe­ge­setzes ausge­bildet wird sowie den gewählten Vertie­fungs­einsatz einschließlich einer Ausrichtung nach § 7 Absatz 4 Satz 2 PflBG,
  2. den Beginn und die Dauer der Ausbildung,
  3. Angaben über die der Ausbildung zugrunde liegende Ausbildungs- und Prüfungs­ver­ordnung,
  4. eine Darstellung der inhalt­lichen und zeitlichen Gliederung der prakti­schen Ausbildung (Ausbil­dungsplan),
  5. die Verpflichtung der Auszu­bil­denden oder des Auszu­bil­denden zum Besuch der Ausbil­dungs­ver­an­stal­tungen der Pflege­schule,
  6. die Dauer der regel­mä­ßigen täglichen oder wöchent­lichen prakti­schen Ausbil­dungszeit,
  7. die Dauer der Probezeit,
  8. Angaben über Zahlung und Höhe der Ausbil­dungs­ver­gütung einschließlich des Umfangs etwaiger Sachbezüge nach § 19 Absatz 2 PflBG,
  9. die Dauer des Urlaubs,
  10. die Voraus­set­zungen, unter denen der Ausbil­dungs­vertrag gekündigt werden kann,
  11. einen in allge­meiner Form gehal­tenen Hinweis auf die dem Ausbil­dungs­vertrag gegebe­nen­falls zugrunde liegenden tarif­lichen Bestim­mungen, Betriebs- oder Dienst­ver­ein­ba­rungen sowie auf die Rechte als Arbeit­nehmer im Sinne von § 5 des Betriebs­ver­fas­sungs­ge­setzes oder von § 4 des Bundes­per­so­nal­ver­tre­tungs­ge­setzes des Trägers der prakti­schen Ausbildung (§ 16 Abs. 2 PflBG).

(3) Der Ausbil­dungs­vertrag ist von einer vertre­tungs­be­rech­tigten Person des Trägers der prakti­schen Ausbildung und der oder dem Auszu­bil­denden, bei Minder­jäh­rigen auch von deren gesetz­lichen Vertretern, zu unter­zeichnen. Eine Ausfer­tigung des unter­zeich­neten Ausbil­dungs­ver­trages ist der oder dem Auszu­bil­denden und deren gesetz­lichen Vertretern auszu­hän­digen.

(4) Auf den Ausbil­dungs­vertrag sind, soweit sich aus seinem Wesen und Zweck sowie aus diesem Gesetz nichts anderes ergibt, die für Arbeits­ver­träge geltenden Rechts­vor­schriften und Rechts­grund­sätze anzuwenden.

(5) Änderungen des Ausbil­dungs­ver­trages bedürfen der Schriftform. Auch eine Änderung des Vertie­fungs­ein­satzes ist bis zu dessen Beginn jederzeit in beider­sei­tigem Einver­ständnis möglich. Die Absätze 2 bis 4 gelten entspre­chend.

(6) Der Ausbil­dungs­vertrag bedarf zu seiner Wirksamkeit im Falle des § 8 Absatz 2 Nummer 2 der schrift­lichen Zustimmung der Pflege­schule. Liegt die Zustimmung bei Vertrags­schluss nicht vor, ist sie unver­züglich durch den Träger der prakti­schen Ausbildung einzu­holen. Hierauf ist der oder die Auszu­bil­dende und sind bei minder­jäh­rigen Auszu­bil­denden auch deren gesetz­liche Vertreter hinzu­weisen.

Auszu­bil­dende schließen grund­sätzlich mit dem Träger der prakti­schen Ausbildung einen schrift­lichen Ausbil­dungs­vertrag ab (§ 16 Abs. 1 PflBG).

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Pflege­schule / Lehrkräfte

Berlin:

Die Anfor­de­rungen an Lehrkräfte in Berliner Pflege­schulen ergeben sich aus § 3 der Berliner Pflegeausbildungs- und Schul­ver­ordnung.

Brandenburg:

Die Anfor­de­rungen an die haupt­be­ruf­lichen Lehrkräfte in Branden­burger Pflege­schulen sind in § 4 der Gesund­heits­be­ru­fe­schul­ver­ordnung geregelt.

Die Pflege­schule trägt die Gesamt­ver­ant­wortung für die Koordi­nation des Unter­richts mit der prakti­schen Ausbildung. Sie prüft, ob der Ausbil­dungsplan für die praktische Ausbildung den Anfor­de­rungen des schul­in­ternen Curri­culums entspricht und ob die praktische Ausbildung entspre­chend des Ausbil­dungs­plans durch­ge­führt wird.

Berlin:

Die Pflege­schule stellt durch ihre Lehrkräfte für die Zeit der prakti­schen Ausbildung die Praxis­be­gleitung in den Einrich­tungen der prakti­schen Ausbildung in angemes­senem Umfang sicher. Aufgabe der Lehrkräfte ist es, die Auszu­bil­denden insbe­sondere fachlich zu betreuen und zu beurteilen sowie die Praxis­an­lei­te­rinnen oder die Praxis­an­leiter zu unter­stützen.

Brandenburg:

Die prakti­schen Ausbil­dungs­ein­sätze müssen nach § 8a Abs. 4 GBSchV durch eine angemessene Anzahl von Besuchen durch die haupt­be­ruf­lichen Lehrkräfte der Schule begleitet werden. Als angemessen gilt in der Regel ein Besuch innerhalb von sechs bis acht Wochen. Je Praxis­einsatz sollte in der Regel mindestens ein Besuch erfolgen. Die Praxis­be­gleitung dient insbe­sondere

  1. der Betreuung, Unter­stützung und Förderung der Schüle­rinnen und Schüler,
  2. der Beratung und Unter­stützung der für die Praxis­an­leitung zustän­digen Fachkräfte,
  3. der Leistungs­über­prü­fungen der Schüle­rinnen und Schüler gemeinsam mit den Fachkräften für die Praxis­an­leitung und
  4. der Überwa­chung der Ausbil­dungs­qua­lität gemeinsam mit der Ausbil­dungs­ein­richtung.

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Praxis­an­leitung

Sie dienen dazu, die Kompe­tenzen in der prakti­schen Ausbildung anzubahnen. Diese sind im Rahmen­aus­bil­dungsplan für alle Praxis­ein­sätze darge­stellt. Die Arbeits- und Lernauf­gaben unter­stützen die Praxis­an­lei­te­rinnen und -anleiter in der Begleitung der Auszu­bil­denden und stellen ein didak­ti­sches Instrument dar.

Näheres zu dem Thema finden Sie in unserem Wissens­an­gebot unter der Stich­wort­suche Lernauf­gaben oder Praxis­an­leitung, zum Beispiel in dieser Broschüre der Projekte CurAP und Neksa: Handrei­chung für Praxis­an­lei­te­rinnen und Praxis­an­leiter.

Der Ausbil­dungs­nachweis dient der Dokumen­tation der prakti­schen Pflege­aus­bildung und ist verbind­licher Bestandteil der prakti­schen Pflege­aus­bildung. Er muss von den Auszu­bil­denden über die gesamte Ausbil­dungs­dauer konti­nu­ierlich geführt werden.

Die Schule ist für die Gestaltung des Ausbil­dungs­nach­weises verant­wortlich und überprüft anhand dessen die Kompe­tenz­ent­wicklung der Auszu­bil­denden und ob dir praktische Ausbildung gemäß Ausbil­dungsplan durch­ge­führt wird. Der Träger der prakti­schen Ausbildung, bzw. die Praxis­an­leitung unter­stützt die Auszu­bil­denden ggf. bei der Dokumen­tation im Ausbil­dungs­nachweis.

Das Bundes­in­stitut für Berufs­bildung (BIBB) hat im Dezember 2019 einen Muster­entwurf zum Ausbil­dungs­nachweis veröf­fent­licht. Dieser basiert auf den gesetz­lichen Vorgaben und bietet auf Bundes­ebene Orien­tierung für die Gestaltung der prakti­schen Pflege­aus­bildung.

Berlin:

Wenn aus nicht vorher­seh­baren Gründen oder z.B. aufgrund des Einstiegs erst zum Ende des Jahres keine 24-stündige Fortbildung absol­viert werden konnte, ist dies im Rahmen der jährlichen Anzeige mit Angabe der Gründe dem LAGeSo mitzu­teilen.

Versäumte Fortbil­dungen aufgrund von langzeitiger Krankheit, Elternzeit, Mutter­schutz etc. sind in der Regel gut nachvoll­ziehbare und plausible Gründe, wenn die geplante Fortbildung in diese Zeit fiel und nicht mehr recht­zeitig eine Ersatz­fort­bildung absol­viert werden konnte. Die Nachweise, wie z.B. ärztliche Atteste, Mutterpass etc., sollten dann bei der Einrichtung abgelegt und dokumen­tiert werden, um im Falle einer konkreten Überprüfung des LAGeSos diesem vorgelegt zu werden. Die betroffene Person hat dann in jedem Fall im Folgejahr die entspre­chende Fortbildung zu absol­vieren.

Brandenburg:

  • Die berufs­päd­ago­gische Fortbil­dungs­pflicht bezieht sich auf Praxis­an­lei­te­rinnen bzw. Praxis­an­leiter, welche tatsächlich in dem jewei­ligen Kalen­derjahr als Praxis­an­leitung in einer Einrichtung tätig waren.
  • Kommt es bei Praxis­an­lei­tenden während des Kalen­der­jahres zu einem nicht planbaren Ereignis, wie z.B. einer Langzeit­er­krankung oder einem Beschäf­ti­gungs­verbot, können die fehlenden Stunden der berufs­päd­ago­gi­schen Fortbildung im darauf­fol­genden Kalen­derjahr nachgeholt werden. Liegt dem Ausfall jedoch ein planbares Ereignis z.B. Mutter­schutz und die anschlie­ßende Elternzeit oder ein Sabba­tical zugrunde, und war die praxis­an­lei­tende Person in dem entspre­chenden Kalen­derjahr tatsächlich als Praxis­an­leitung tätig, sind die 24 Stunden berufs­päd­ago­gische Fortbildung in dem Kalen­derjahr nachzu­weisen.

Der Bestands­schutz ist in § 4 Absatz 3 der Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungs­ver­ordnung geregelt. Danach müssen Personen, die die Voraus­set­zungen nach § 2 Absatz 2 des Alten­pfle­ge­ge­setzes oder § 2 Absatz 2 des Kranken­pfle­ge­ge­setzes erfüllen, keine berufs­päd­ago­gische Zuatz­qua­li­fi­kation im Umfang von mindestens 300 Stunden nachweisen. Vom Bestands­schutz nicht umfasst ist jedoch die Vorgabe, dass zukünftig alle Praxis­an­lei­te­rinnen und Praxis­an­leiter jährlich eine 24-stündige Fortbil­dungs­ver­pflichtung haben. Somit müssen auch die Praxis­an­lei­te­rinnen und Praxis­an­leiter, die vom Bestands­schutz profi­tieren, ab 2020 diese jährliche Fortbil­dungs­ver­pflichgtung erfüllen.

Ja, der Bestands­schutz bezieht sich ausschließlich auf die Grund­qua­li­fi­zierung (300-stündige Fortbildung) der Praxis­an­lei­terin bzw. des Praxis­an­leiters.

Berlin:

Nein, die Nachweis­pflicht bezieht sich ausschließlich auf die Praxis­an­lei­te­rinnen und Praxis­an­leiter des Orien­tie­rungs­ein­satzes, der Pflicht­ein­sätze in Einrich­tungen nach § 7 Abs. 1 Pflege­be­ru­fe­gesetz (PflBG) und des Vertie­fungs­ein­satzes.

Der § 7 der Berliner Verordnung zur Anerkennung von Pflege­schulen und weiteren Ausbildungs- und Prüfungs­be­din­gungen in der Pflege­aus­bildung (Berliner Pflegeausbildungs- und Schul­ver­ordnung – BlnPflA­SchulV) bezieht sich auf die Fortbil­dungs­nach­weise, die im Rahmen des PflBG bzw. gemäß § 4 Absatz 2 und 3 Ausbildungs- und Prüfungs­ver­ordnung für die Pflege­berufe (PflAPrV) vorge­schrieben sind. Da es im Bereich der weiteren Einsätze (Hier: Pflicht­ein­sätze in den spezi­ellen Bereichen der pädia­tri­schen Versorgung und der allgemein-, kinder-, jugend­psych­ia­tri­schen Versorgung sowie weitere Einsätze nach § 7 Abs. 2 PflBG) ausrei­chend ist, dass die Praxis­an­leitung durch entspre­chend quali­fi­zierte Fachkräfte sicher­ge­stellt wird (§ 4 Absatz 2 Satz 2 PflAPrV), sind für die Praxis­an­leiter dieser Einsatzorte keine Fortbil­dungs­nach­weise vorge­geben und entspre­chend nicht zu führen.

Brandenburg:

Die Nachweis­pflicht der jährlichen Fortbil­dungs­ver­pflichtung gilt für alle Einrich­tungen, in den Pflege­fach­kräfte die Praxis­an­leitung übernehmen, auch in Einrich­tungen nach III. und IV. der Anlage 3 der GBSchV. Wenn keine Pflege­fach­kräfte in einer Einrichtung nach III. und IV. der Anlage 3 der GBSchV tätig sind, können auch andere Fachkräfte die Praxis­an­leitung übernehmen. Dann gelten die Anfor­de­rungen an die Ausbil­dungs­be­rech­tigung des eigenen Berufes.

Die Praxis­an­leitung erfolgt im Umfang von mindestens zehn Prozent der während eines Einsatzes zu leistenden prakti­schen Ausbil­dungszeit, geplant und struk­tu­riert auf der Grundlage des verein­barten Ausbil­dungs­planes (§ 4 Abs. 1 PflAPrV).
Das bedeutet, dass z.B. bei dem Pflicht­einsatz in der statio­nären Langzeit­pflege mit 400 Stunden die Praxis­an­leitung davon im Umfang von mindestens 40 Stunden erfolgt.

Neben der Möglichkeit die berufs­päd­ago­gische Zusatz­qua­li­fi­kation mittels einer Fortbildung an einem Fortbil­dungs­in­stitut erwerben zu können, können unter bestimmten Voraus­set­zungen auch hochschu­lisch erworbene Kenntnisse/Module auf die berufs­päd­ago­gische Zusatz­qua­li­fi­kation der Praxis­an­lei­te­rinnen und Praxis­an­leiter gemäß § 4 Absatz 3 PflAPrV angerechnet werden. Die Anrech­nungs­mög­lich­keiten sind wie folgt geregelt:

  1. BA-Studiengänge der Gesund­heits­päd­agogik, Pflege­päd­agogik und Medizin­päd­agogik oder Berufs­päd­agogik mit gleich­ge­ar­teten Schwer­punkten erfüllen automa­tisch die Voraus­set­zungen der 300-stündigen berufs­päd­ago­gi­schen Weiter­bildung der Praxis­an­leitung gemäß § 4 Absatz 3 PflAPrV.
  2. Eine Anrechnung von Studi­en­in­halten des primär­qua­li­fi­zie­renden Studi­en­gangs nach dem Pflege­be­ru­fe­gesetz ist grund­sätzlich nicht möglich.
    Eine Ausnahme dabei gilt für Studie­rende des primär­qua­li­fi­zie­renden Studi­en­gangs, welche im Vorfeld der Aufnahme des Studi­en­gangs die beruf­liche Ausbildung zur Pflege­fach­kraft bereits erfolg­reich absol­viert haben. In diesen Fällen kann die Hochschule ein Zerti­fikat über den Erwerb der 300-stündigen Quali­fi­zierung als Praxis­an­leiter gemäß § 4 Absatz 3 Satz 1 PflAPrV ausstellen, wenn im Rahmen des Studiums die berufs­päd­ago­gi­schen Inhalte im Umfang von 300 Stunden (Präsenz­lern­zeiten), einschließlich des in der Berliner Handrei­chung „Berufs­päd­ago­gi­schen Zusatz­qua­li­fi­kation und jährliche Fortbildung von Praxis­an­lei­te­rinnen und Praxis­an­leitern für die Pflege­berufe“ festge­legten erfor­der­lichen mindestens 40-stündigen Praktikums mit berufs­päd­ago­gi­schem Praxis­auftrag durch­ge­führt wurde.
    Das Zerti­fikat über die erfolg­reiche Teilnahme an einer Weiter­qua­li­fi­zierung als Praxis­an­leitung im Sinne des § 4 Absatz 3 PflAPrV ist entspre­chend der Regelung in der Berliner Handrei­chung „Berufs­päd­ago­gi­schen Zusatz­qua­li­fi­kation und jährliche Fortbildung von Praxis­an­lei­te­rinnen und Praxis­an­leitern für die Pflege­berufe“ durch die Hochschule auszu­stellen.
  3. Ander­weitige Pflege­stu­di­en­gänge können anteilig oder vollständig angerechnet werden, wenn im Rahmen des Studiums Module zur Berufs­päd­agogik im Umfang von 300 Stunden (Präsenz­lern­zeiten) einschließlich des in der Berliner Handrei­chung „Berufs­päd­ago­gi­schen Zusatz­qua­li­fi­kation und jährliche Fortbildung von Praxis­an­lei­te­rinnen und Praxis­an­leitern für die Pflege­berufe“ festge­legten erfor­der­lichen mindestens 40-stündigen Praktikum mit berufs­päd­ago­gi­schem Praxis­auftrag erfolg­reich durch­laufen wurde und wenn
    a) die Studie­renden entweder vor Aufnahme des Studi­en­gangs eine beruf­liche Ausbildung zur Pflege­fach­kraft erfolg­reich absol­viert haben
    oder
    b) die Studie­renden im Rahmen des Studiums den Berufs­titel erwerben. Dabei müssen die Studi­en­module zur Erlangung des Berufs­titels erfolg­reich und zeitlich vor den Modulen der anzurech­nenden Berufs­päd­agogik erfolg­reich durch­ge­führt worden sein.
    Das Zerti­fikat über die erfolg­reiche Teilnahme an einer Weiter­qua­li­fi­zierung als Praxis­an­leitung im Sinne des § 4 Absatz 3 PflAPrV ist entspre­chend der Regelung in der Berliner Handrei­chung „Berufs­päd­ago­gi­schen Zusatz­qua­li­fi­kation und jährliche Fortbildung von Praxis­an­lei­te­rinnen und Praxis­an­leitern für die Pflege­berufe“ durch die Hochschule auszu­stellen.
  4. Personen, die im Rahmen der unter 2-3 genannten Studi­en­gänge und unter Beachtung der dort festge­legten Voraus­set­zungen nur anteils­mäßig die berufs­päd­ago­gische Zusatz­qua­li­fi­kation zur Praxis­an­leitung gemäß § 4 Absatz 3 Satz 1 PflAPrV erworben haben, lassen sich diese bereits erfolg­reich absol­vierten Module durch die Hochschule zerti­fi­zieren und erhalten das beim Landesamt für Gesundheit und Soziales vorzu­le­gende Zerti­fikat im Sinne des § 4 Absatz 3 PflAPrV in Verbindung mit der Berliner Handrei­chung „Berufs­päd­ago­gische Zusatz­qua­li­fi­kation und jährliche Fortbildung von Praxis­an­lei­te­rinnen und Praxis­an­leitern für die Pflege­berufe“ durch die Fortbil­dungs­ein­richtung, in der sie die Weiter­qua­li­fi­zierung vollständig und erfolg­reich beendet haben.

Für die Tätigkeit als Praxis­an­leiter bzw. Praxis­an­lei­terin müssen folgende Voraus­set­zungen vorliegen (§ 4 Abs. 2 und 3 PflAPrV):

  • ein Abschluss in einer dreijäh­rigen in Deutschland anerkannten Pflege­aus­bildung
  • eine mindestens einjährige Berufs­er­fahrung in dem Einsatz­gebiet, in dem die Anleitung erfolgen soll
  • die einjährige Berufs­er­fahrung muss innerhalb der letzten fünf Jahre in dem entspre­chenden Pflege­be­reich erworben worden sein
  • eine berufs­päd­ago­gische Zusatz­qua­li­fi­kation von mindestens 300 Stunden
  • berufs­päd­ago­gische Fortbildung von mindestens 24 Stunden pro Jahr

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