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FAQ

FAQ zum Thema Praxisanleitung

Welche Voraus­set­zungen müssen für die Tätigkeit als Praxis­an­leitung eigentlich vorliegen und was genau ist eine 24-Stunden Weiter­bildung? Diese und weitere häufige Fragen zum Thema Praxis­an­leitung haben wir hier für Sie zusam­men­ge­stellt.

Sie dienen dazu, die Kompe­tenzen in der prakti­schen Ausbildung anzubahnen. Diese sind im Rahmen­aus­bil­dungsplan für alle Praxis­ein­sätze darge­stellt. Die Arbeits- und Lernauf­gaben unter­stützen die Praxis­an­lei­te­rinnen und -anleiter in der Begleitung der Auszu­bil­denden und stellen ein didak­ti­sches Instrument dar.

Näheres zu dem Thema finden Sie in unserem Wissens­an­gebot unter der Stich­wort­suche Lernauf­gaben oder Praxis­an­leitung, zum Beispiel in dieser Broschüre der Projekte CurAP und Neksa: Handrei­chung für Praxis­an­lei­te­rinnen und Praxis­an­leiter.

Der Ausbil­dungs­nachweis dient der Dokumen­tation der prakti­schen Pflege­aus­bildung und ist verbind­licher Bestandteil der prakti­schen Pflege­aus­bildung. Er muss von den Auszu­bil­denden über die gesamte Ausbil­dungs­dauer konti­nu­ierlich geführt werden.

Die Schule ist für die Gestaltung des Ausbil­dungs­nach­weises verant­wortlich und überprüft anhand dessen die Kompe­tenz­ent­wicklung der Auszu­bil­denden und ob dir praktische Ausbildung gemäß Ausbil­dungsplan durch­ge­führt wird. Der Träger der prakti­schen Ausbildung, bzw. die Praxis­an­leitung unter­stützt die Auszu­bil­denden ggf. bei der Dokumen­tation im Ausbil­dungs­nachweis.

Das Bundes­in­stitut für Berufs­bildung (BIBB) hat im Dezember 2019 einen Muster­entwurf zum Ausbil­dungs­nachweis veröf­fent­licht. Dieser basiert auf den gesetz­lichen Vorgaben und bietet auf Bundes­ebene Orien­tierung für die Gestaltung der prakti­schen Pflege­aus­bildung.

Berlin:

Wenn aus nicht vorher­seh­baren Gründen oder z.B. aufgrund des Einstiegs erst zum Ende des Jahres keine 24-stündige Fortbildung absol­viert werden konnte, ist dies im Rahmen der jährlichen Anzeige mit Angabe der Gründe dem LAGeSo mitzu­teilen.

Versäumte Fortbil­dungen aufgrund von langzeitiger Krankheit, Elternzeit, Mutter­schutz etc. sind in der Regel gut nachvoll­ziehbare und plausible Gründe, wenn die geplante Fortbildung in diese Zeit fiel und nicht mehr recht­zeitig eine Ersatz­fort­bildung absol­viert werden konnte. Die Nachweise, wie z.B. ärztliche Atteste, Mutterpass etc., sollten dann bei der Einrichtung abgelegt und dokumen­tiert werden, um im Falle einer konkreten Überprüfung des LAGeSos diesem vorgelegt zu werden. Die betroffene Person hat dann in jedem Fall im Folgejahr die entspre­chende Fortbildung zu absol­vieren.

Brandenburg:

  • Die berufs­päd­ago­gische Fortbil­dungs­pflicht bezieht sich auf Praxis­an­lei­te­rinnen bzw. Praxis­an­leiter, welche tatsächlich in dem jewei­ligen Kalen­derjahr als Praxis­an­leitung in einer Einrichtung tätig waren.
  • Kommt es bei Praxis­an­lei­tenden während des Kalen­der­jahres zu einem nicht planbaren Ereignis, wie z.B. einer Langzeit­er­krankung oder einem Beschäf­ti­gungs­verbot, können die fehlenden Stunden der berufs­päd­ago­gi­schen Fortbildung im darauf­fol­genden Kalen­derjahr nachgeholt werden. Liegt dem Ausfall jedoch ein planbares Ereignis z.B. Mutter­schutz und die anschlie­ßende Elternzeit oder ein Sabba­tical zugrunde, und war die praxis­an­lei­tende Person in dem entspre­chenden Kalen­derjahr tatsächlich als Praxis­an­leitung tätig, sind die 24 Stunden berufs­päd­ago­gische Fortbildung in dem Kalen­derjahr nachzu­weisen.

Der Bestands­schutz ist in § 4 Absatz 3 der Pflegeberufe-Ausbildungs- und Prüfungs­ver­ordnung geregelt. Danach müssen Personen, die die Voraus­set­zungen nach § 2 Absatz 2 des Alten­pfle­ge­ge­setzes oder § 2 Absatz 2 des Kranken­pfle­ge­ge­setzes erfüllen, keine berufs­päd­ago­gische Zuatz­qua­li­fi­kation im Umfang von mindestens 300 Stunden nachweisen. Vom Bestands­schutz nicht umfasst ist jedoch die Vorgabe, dass zukünftig alle Praxis­an­lei­te­rinnen und Praxis­an­leiter jährlich eine 24-stündige Fortbil­dungs­ver­pflichtung haben. Somit müssen auch die Praxis­an­lei­te­rinnen und Praxis­an­leiter, die vom Bestands­schutz profi­tieren, ab 2020 diese jährliche Fortbil­dungs­ver­pflichgtung erfüllen.

Ja, der Bestands­schutz bezieht sich ausschließlich auf die Grund­qua­li­fi­zierung (300-stündige Fortbildung) der Praxis­an­lei­terin bzw. des Praxis­an­leiters.

Berlin:

Nein, die Nachweis­pflicht bezieht sich ausschließlich auf die Praxis­an­lei­te­rinnen und Praxis­an­leiter des Orien­tie­rungs­ein­satzes, der Pflicht­ein­sätze in Einrich­tungen nach § 7 Abs. 1 Pflege­be­ru­fe­gesetz (PflBG) und des Vertie­fungs­ein­satzes.

Der § 7 der Berliner Verordnung zur Anerkennung von Pflege­schulen und weiteren Ausbildungs- und Prüfungs­be­din­gungen in der Pflege­aus­bildung (Berliner Pflegeausbildungs- und Schul­ver­ordnung – BlnPflA­SchulV) bezieht sich auf die Fortbil­dungs­nach­weise, die im Rahmen des PflBG bzw. gemäß § 4 Absatz 2 und 3 Ausbildungs- und Prüfungs­ver­ordnung für die Pflege­berufe (PflAPrV) vorge­schrieben sind. Da es im Bereich der weiteren Einsätze (Hier: Pflicht­ein­sätze in den spezi­ellen Bereichen der pädia­tri­schen Versorgung und der allgemein-, kinder-, jugend­psych­ia­tri­schen Versorgung sowie weitere Einsätze nach § 7 Abs. 2 PflBG) ausrei­chend ist, dass die Praxis­an­leitung durch entspre­chend quali­fi­zierte Fachkräfte sicher­ge­stellt wird (§ 4 Absatz 2 Satz 2 PflAPrV), sind für die Praxis­an­leiter dieser Einsatzorte keine Fortbil­dungs­nach­weise vorge­geben und entspre­chend nicht zu führen.

Brandenburg:

Die Nachweis­pflicht der jährlichen Fortbil­dungs­ver­pflichtung gilt für alle Einrich­tungen, in den Pflege­fach­kräfte die Praxis­an­leitung übernehmen, auch in Einrich­tungen nach III. und IV. der Anlage 3 der GBSchV. Wenn keine Pflege­fach­kräfte in einer Einrichtung nach III. und IV. der Anlage 3 der GBSchV tätig sind, können auch andere Fachkräfte die Praxis­an­leitung übernehmen. Dann gelten die Anfor­de­rungen an die Ausbil­dungs­be­rech­tigung des eigenen Berufes.

Die Praxis­an­leitung erfolgt im Umfang von mindestens zehn Prozent der während eines Einsatzes zu leistenden prakti­schen Ausbil­dungszeit, geplant und struk­tu­riert auf der Grundlage des verein­barten Ausbil­dungs­planes (§ 4 Abs. 1 PflAPrV).
Das bedeutet, dass z.B. bei dem Pflicht­einsatz in der statio­nären Langzeit­pflege mit 400 Stunden die Praxis­an­leitung davon im Umfang von mindestens 40 Stunden erfolgt.

Neben der Möglichkeit die berufs­päd­ago­gische Zusatz­qua­li­fi­kation mittels einer Fortbildung an einem Fortbil­dungs­in­stitut erwerben zu können, können unter bestimmten Voraus­set­zungen auch hochschu­lisch erworbene Kenntnisse/Module auf die berufs­päd­ago­gische Zusatz­qua­li­fi­kation der Praxis­an­lei­te­rinnen und Praxis­an­leiter gemäß § 4 Absatz 3 PflAPrV angerechnet werden. Die Anrech­nungs­mög­lich­keiten sind wie folgt geregelt:

  1. BA-Studiengänge der Gesund­heits­päd­agogik, Pflege­päd­agogik und Medizin­päd­agogik oder Berufs­päd­agogik mit gleich­ge­ar­teten Schwer­punkten erfüllen automa­tisch die Voraus­set­zungen der 300-stündigen berufs­päd­ago­gi­schen Weiter­bildung der Praxis­an­leitung gemäß § 4 Absatz 3 PflAPrV.
  2. Eine Anrechnung von Studi­en­in­halten des primär­qua­li­fi­zie­renden Studi­en­gangs nach dem Pflege­be­ru­fe­gesetz ist grund­sätzlich nicht möglich.
    Eine Ausnahme dabei gilt für Studie­rende des primär­qua­li­fi­zie­renden Studi­en­gangs, welche im Vorfeld der Aufnahme des Studi­en­gangs die beruf­liche Ausbildung zur Pflege­fach­kraft bereits erfolg­reich absol­viert haben. In diesen Fällen kann die Hochschule ein Zerti­fikat über den Erwerb der 300-stündigen Quali­fi­zierung als Praxis­an­leiter gemäß § 4 Absatz 3 Satz 1 PflAPrV ausstellen, wenn im Rahmen des Studiums die berufs­päd­ago­gi­schen Inhalte im Umfang von 300 Stunden (Präsenz­lern­zeiten), einschließlich des in der Berliner Handrei­chung „Berufs­päd­ago­gi­schen Zusatz­qua­li­fi­kation und jährliche Fortbildung von Praxis­an­lei­te­rinnen und Praxis­an­leitern für die Pflege­berufe“ festge­legten erfor­der­lichen mindestens 40-stündigen Praktikums mit berufs­päd­ago­gi­schem Praxis­auftrag durch­ge­führt wurde.
    Das Zerti­fikat über die erfolg­reiche Teilnahme an einer Weiter­qua­li­fi­zierung als Praxis­an­leitung im Sinne des § 4 Absatz 3 PflAPrV ist entspre­chend der Regelung in der Berliner Handrei­chung „Berufs­päd­ago­gi­schen Zusatz­qua­li­fi­kation und jährliche Fortbildung von Praxis­an­lei­te­rinnen und Praxis­an­leitern für die Pflege­berufe“ durch die Hochschule auszu­stellen.
  3. Ander­weitige Pflege­stu­di­en­gänge können anteilig oder vollständig angerechnet werden, wenn im Rahmen des Studiums Module zur Berufs­päd­agogik im Umfang von 300 Stunden (Präsenz­lern­zeiten) einschließlich des in der Berliner Handrei­chung „Berufs­päd­ago­gi­schen Zusatz­qua­li­fi­kation und jährliche Fortbildung von Praxis­an­lei­te­rinnen und Praxis­an­leitern für die Pflege­berufe“ festge­legten erfor­der­lichen mindestens 40-stündigen Praktikum mit berufs­päd­ago­gi­schem Praxis­auftrag erfolg­reich durch­laufen wurde und wenn
    a) die Studie­renden entweder vor Aufnahme des Studi­en­gangs eine beruf­liche Ausbildung zur Pflege­fach­kraft erfolg­reich absol­viert haben
    oder
    b) die Studie­renden im Rahmen des Studiums den Berufs­titel erwerben. Dabei müssen die Studi­en­module zur Erlangung des Berufs­titels erfolg­reich und zeitlich vor den Modulen der anzurech­nenden Berufs­päd­agogik erfolg­reich durch­ge­führt worden sein.
    Das Zerti­fikat über die erfolg­reiche Teilnahme an einer Weiter­qua­li­fi­zierung als Praxis­an­leitung im Sinne des § 4 Absatz 3 PflAPrV ist entspre­chend der Regelung in der Berliner Handrei­chung „Berufs­päd­ago­gi­schen Zusatz­qua­li­fi­kation und jährliche Fortbildung von Praxis­an­lei­te­rinnen und Praxis­an­leitern für die Pflege­berufe“ durch die Hochschule auszu­stellen.
  4. Personen, die im Rahmen der unter 2-3 genannten Studi­en­gänge und unter Beachtung der dort festge­legten Voraus­set­zungen nur anteils­mäßig die berufs­päd­ago­gische Zusatz­qua­li­fi­kation zur Praxis­an­leitung gemäß § 4 Absatz 3 Satz 1 PflAPrV erworben haben, lassen sich diese bereits erfolg­reich absol­vierten Module durch die Hochschule zerti­fi­zieren und erhalten das beim Landesamt für Gesundheit und Soziales vorzu­le­gende Zerti­fikat im Sinne des § 4 Absatz 3 PflAPrV in Verbindung mit der Berliner Handrei­chung „Berufs­päd­ago­gische Zusatz­qua­li­fi­kation und jährliche Fortbildung von Praxis­an­lei­te­rinnen und Praxis­an­leitern für die Pflege­berufe“ durch die Fortbil­dungs­ein­richtung, in der sie die Weiter­qua­li­fi­zierung vollständig und erfolg­reich beendet haben.

Für die Tätigkeit als Praxis­an­leiter bzw. Praxis­an­lei­terin müssen folgende Voraus­set­zungen vorliegen (§ 4 Abs. 2 und 3 PflAPrV):

  • ein Abschluss in einer dreijäh­rigen in Deutschland anerkannten Pflege­aus­bildung
  • eine mindestens einjährige Berufs­er­fahrung in dem Einsatz­gebiet, in dem die Anleitung erfolgen soll
  • die einjährige Berufs­er­fahrung muss innerhalb der letzten fünf Jahre in dem entspre­chenden Pflege­be­reich erworben worden sein
  • eine berufs­päd­ago­gische Zusatz­qua­li­fi­kation von mindestens 300 Stunden
  • berufs­päd­ago­gische Fortbildung von mindestens 24 Stunden pro Jahr

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